Standortübergreifendes Depot Management

Einblicke in die digitale Transformation eines der größten deutschen Busunternehmens

Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH), die seit 2024 unter dem Markennamen vhh.mobility unterwegs ist, setzt Maßstäbe für eine nachhaltige Mobilitätszukunft. Mit über 105 Millionen Fahrgästen jährlich, knapp 2.900 Mitarbeitenden und rund 800 Bussen an 17 Standorten zählt vhh.mobility zu den größten kommunalen Busbetreibern Deutschlands. Das ehrgeizige Ziel: In den 2030er Jahren soll die gesamte Flotte ausschließlich aus batterieelektrischen Bussen bestehen – geladen mit 100% Ökostrom.

Digitalisierung als Schlüssel für die Mobilitätswende

Um dieses Ziel zu erreichen, investiert vhh.mobility nicht nur in neue Depots und Ladeinfrastruktur, sondern vor allem in die Digitalisierung ihrer Betriebsabläufe. Ein zentrales Element ist das standortübergreifende Depot Management System (EDS), das speziell auf die Anforderungen der E-Mobilität zugeschnitten ist. Zusammen mit dem Depot Management System PEAK.DMS der Peak Mobility GmbH und dem Lademanagement der Stromnetz Hamburg GmbH entsteht so ein digitaler Backbone für die Planung und Steuerung der Busflotte.

Früher wurden Buszuweisungen oft noch per Hand, mit Excel-Listen oder sogar analog verwaltet. Das war fehleranfällig, aufwendig und wenig transparent. Heute liefert das neue EDS eine zentrale, automatisierte und depotübergreifende Lösung, die alle relevanten Informationen bündelt und die Disposition von rund 800 Bussen an 13 Betriebshöfen effizient steuert.

Smarte Disposition dank Datenintegration

Eine besondere Herausforderung ist der stetig wachsende Anteil an E-Bussen – aktuell sind es etwa 280 von 800 Fahrzeugen, Tendenz steigend. Das EDS sorgt dafür, dass die passenden Busse für die jeweiligen Umläufe ausgewählt werden, unter Berücksichtigung von Anforderungen wie Fahrzeugtyp, Geschwindigkeit oder speziellen Ausstattungsmerkmalen.

Ein echtes Highlight: Die Anbindung an die Urban-Data-Plattform (UDP) der Stadt Hamburg. Mithilfe von Luftqualitätsprognosen, Verkehrsdichte und Lärmbelastung werden besonders emissionsbelastete Linien identifiziert. Das System priorisiert dann automatisch den Einsatz von E-Bussen auf diesen Strecken – ein aktiver Beitrag zu besserer Luftqualität in der Stadt.

Effizienz durch Vernetzung und Transparenz

Die Integration von Werkstattmanagement und Lademanagement sorgt für reibungslose Abläufe: Disponenten sehen auf einen Blick, welche Fahrzeuge einsatzbereit sind, welche gewartet werden müssen und wie der Ladezustand aussieht. Dies minimiert Leerläufe, reduziert Fehlerquellen und verschafft dem Team mehr Zeit für wichtige Entscheidungen, gerade in stressigen Situationen.
Die Akzeptanz bei den Mitarbeitenden ist hoch: „Die ersten Stunden am Morgen, die immer sehr stressig waren, verlaufen jetzt viel entspannter“, berichtet ein Disponent. Auch die Werkstatt-Teams schätzen die neue Transparenz und die vereinfachten Prozesse.

Fazit: Bereit für die Zukunft

vhh.mobility zeigt eindrucksvoll, wie Digitalisierung und E-Mobilität Hand in Hand gehen können. Das neue Depot Management System ist ein zentraler Baustein auf dem Weg zur vollelektrischen Busflotte – und ein Vorbild für die Mobilitätswende in Deutschland.

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